(Tauch)Segelbericht Kroatien vom 15.03.26 – 22.03.26

 
Obwohl Tauchen nicht primäres Zielt dieses Törns war – kam es dann doch zum Tauchgang. Aber der Reihe nach und zur Beantwortung der Frage: Macht ein Segeltrip im März im Mittelmeer Sinn, oder ist es einfach noch zu früh ?
Dubrovnik bei Nacht.

Südkroatien – Dubrovnik – Mijet – Korcula – 15.3.26-22.3.26.

Aufgrund eines bevorstehenden Jobwechsels gab es diesmal einen besonderen Segeltrip im März am Mittelmeer. 

Es ging nach Dubrovnik und das Ziel sollte Montenegro werden. Noch nie waren wir mir einem Segeltrip so früh im Jahr im Mittelmeer unterwegs – März ist schon eine Ansage und sollte als Versuchsballon dienen. Ist es möglich im März am Mittelmeer segeln zu gehen – also ohne das es durchgehend stürmt oder regnet ?

Siggi und Adde nahmen sich der Herausforderung an – zu zweit auf einem Katamaran für 8 Personen. Vom Vermieter – Sunsail – gab es ein kostenloses Upgrade auf eine Leopard 42. 

Als Prolog waren 2 Tage im Hotel geplant, um sich auch noch etwas die Stadt – also Dubrovnik – anzusehen. Nun – es kam – wie es kommen musste – die Lufthansa Piloten hatten just für diesen Freitag einen Streik angekündigt und auch umgesetzt. Glücklicherweise war dies ein Lufthansa Flug, der aber von Croatia Airlines durchgeführt wurde und die offensichtlich nicht streikten, so dass wir tatsächlich pünktlich am Freitag Abend im Hotel ankamen. 

Hotel More (zu Deutsch Meer) in Dubrovnik. 5* mit Pool, Whirlpool und Cavebar….

Das Hotel lag ca. 4km vor der Altstadt von Dubrovnik direkt am Meer und hatte viele Annehmlichkeiten zu bieten – Fitness Studio, Pool und Whirlpool. Darüber hinaus eine atemberaubende Höhlenbar mit Stalaktiten. 

Am Freitagabend final um 22 Uhr eingeckeckt hatten alle Hotelbars bereits geschlossen. Wir gingen noch ein bisschen Spazieren und fanden noch ein Hotel mit Bar, welches auch noch etwas Essbares zubereiten konnte. 

Am nächsten Morgen – noch vor dem Frühstück – ging Siggi joggen und erkundete dabei schon mal die Altstadt von Dubrovnik – Morgens um 7 Uhr – Menschenleer. Unvorstellbar im Sommer.

Whirlpool im Hotel

Nach dem Frühstück ging es dann nochmal zu Fuss in die Altstadt und die Sehenswürdigkeiten wurden entsprechend bestaunt. Da es Samstag war wurde noch ein Abendprogramm gesucht und wir fanden eine Bar mit Live Musik. Ein Mädel spielte kroatische und internationale Lieder am Klavier. Als wir eintraten hatten wir – mit Adde und mir – die Gastanzahl direkt verdoppelt. Die Stimmung war super und so kamen wir sowohl mit der Dame am Klavier als auch mit den Gästen ins Gespräch. 

Sonntag früh ging Siggi wieder Joggen und versuchte die Nummer mit der Ausklarierung aus Kroatien für Montenegro mit dem Zoll zu klären. Der Zoll in Cavtat (letzte Stadt vor Montenegro) hat nur im Sommer geöffnet und das Ausklarieren in Dubrovnik gestaltete sich als sehr Formal. Letztendlich hätte dies bedeutet, dass wir insgesamt 2 Tage verlieren für ausklarieren in Kroatien, einklarieren in Montenegro und das Ganze dann nochmal auf der Rücktour. So war die Entscheidung schnell gefallen Montenegro nicht anzulaufen und die Zeit lieber in Kroatien und dort auf den vielen Inseln zu nutzen. 

Nach dem Joggen ging es dann erstmal in den Whirlpool mit 40°C und in den Außenpool mit 27°C. Das Frühstück war grandios. Jetzt galt es zur Marina zu fahren und das Boot zu übernehmen. Wir waren die erste Charter in diesem Jahr und damit auch das erste und einzige Boot im südlichen Kroatien. 

Bootsübernahme

Da am Sonntag die Supermärkte zu haben, haben wir dies antizipiert und bereits am Samstag ein paar Kleinigkeiten eingekauft – für 2 Personen benötigt man nicht so viel. 

Es gab die gewohnte Einweisung und dann ging es auch schon gegen 14 Uhr los – unter der riesigen neuen Brücke hindurch – welche mit 42m 18m höher ist als unser Mast – aber es immer wieder ein Erlebnis, dass es dann doch passt. 

Erstes Ziel war die Insel Lopud nicht all zu weit. 

Leopard 42

Unser Boot hatte alle Annehmlichkeiten zu bieten – Watermaker – den man mit 2 Personen nicht wirklich benötigt. 3 Kühlschränke und einen Gefrierschrank – brauchten wir auch nicht wirklich – aber auch einen Generator und Klimaanlage. Ja und das schöne ist, dass man mit der Klimaanlage auch heizen kann. Was wir durchaus einige Male genutzt haben. 

Wir übernachteten in einer schönen Bucht und fuhren kurz an Land – dort gab es auch ein kleines Restaurant, das geöffnet hatte – allerdings hatten wir keinen großen Hunger. Das Restaurant mit Kamin sah aus wie ein Wohn/Esszimmer – mit 2-3 Tischen eher privat. Spannend. 

Am nächsten Morgen ging es nach Sudurad auf der Insel Sipan – hier sollte es einen Supermarkt geben, der auch geöffnet hatte. So war es auch – wir konnten mit dem Dinghi direkt vor dem Supermarkt halten, der ungefähr so groß war wir 2 Telefonzellen, aber dennoch sehr gut bestückt war. Einen Cappucino konnten wir in der dazugehörigen Bar auch noch trinken. Der Tag startete erfolgreich. 

Danach ging es weiter in den Stonski Kanal und am Ende nach Ston. Wir ankerten jedoch unser Boot in Broce und legten die letzten 2km zu Fuss zurück. Direkt am Fjord entlang und den Salinen-Feldern. Ston hatte eine nette Altstadt und die 2. längste Antike Mauer nach der Chinesischen Mauer zu bieten. Diese wurde im 14 Jhr. errichtet und sollte als Schutz vor den Salinen dienen. Salz war damals teuer und sehr wertvoll. Wir gönnten uns ein Mittagessen in der Altstadt und verzichteten auf einen Besuch der Mauer. 

2. Längste Mauer der Welt – in Ston – zum Schutz der Salinenanlagen im Mittelalter.

Zur Übernachtung ging es dann noch mit einem längeren Schlag auf die Insel Mijet und dort nach Prozura. Eine wunderschöne Bucht erwartete uns eingeschlossen von mehreren kleinen Inselchen. Traumhaft – natürlich waren wir das Einzige Boot – aber das war von vornherein klar. 

Für den nächsten Tag war dann Regen vorhergesagt und das trat dann tatsächlich ein. Wir ließen uns davon aber nicht aufhalten und fuhren weiter nach Polace am westlichen Ende von Mijet. Ebenfalls eine Traumbucht umgeben von diversen Inseln. Es regnete die ganze Nacht und auch am Mittwoch (nächster Tag) weitere. 

Salinen in Ston.

Es stand auch noch eine Entscheidung an – für Donnerstag und speziell die Nacht von Donnerstag auf Freitag war eine Bora angekündigt – also Starkwind. Wo konnte man dies gut abwettern ? Aber eben auch etwas unternehmen ? Die Wahl fiel auf Korcula – Insel und Hauptstadt der Insel. Nicht optimal – aber es gab uns mehrere Optionen, den Tag auch sinnvoll zu nutzen. So warteten wir am Mittwoch bis zum frühen Nachmittag und der Regen nachließ und segelten nach Korcula mit etwas Rückenwind. In Uvala Luka, südlich von Korcula, gruben wir unseren Anker hinter eine kleinen Insel ein. Mit 2000 Touren Rückwärts auf beiden Motoren sollte der Anker halten. 

Abends ging es in eine authentische Konoba, die just an dem Tag geöffnet hat und als quasi einizge Gäste kamen wir ins Gespräch mit dem Personal. Gegessen haben wir Rindfleisch Gulasch mit Gnochi – sehr lecker – dazu eine Flasche lokaler Wein. 

Authentische Konopa – Biankura in Korcula. Sehr zu empfehlen.

Da uns die Insel sehr gut gefiel entschieden wir uns hier auch die Bora abzuwettern und Siggi konnte beim Joggen direkt für den Donnerstag einiges organisieren. Es wurden 2 Fahrräder gemietet, um die Insel zu erkunden. Für das Ende stand eine Weinprobe auf dem Programm. Die Agentur-Chefin meinte auch gleich, wir können die Räder bei ihr dann stehen lassen, damit wir nicht mit dem Rad zurück müssen. Sie wollte uns zurückfahren. Was aber nicht nötig war, da unser Boot nur ca. 500m von Ihrem Zu Hause, wo die Weinverkostung durchgeführt wurde, lag. 

Radtour auf Korcula.

Es gab einen lokalen Weißwein, Rose und Rotwein. Dazu noch einen Likör, lokaler Honig und natürlich Olivenöl. Dazu eine Käse- und Wurst/Schinken Platte. Das alles für 30 EUR. Wir kommen wieder. Natürlich kauften wir noch etwas ein, Wein, Honig, Likör wahlweise für zu Hause oder fürs Boot. 

Am Abend wollten wir eigentlich auch noch Essen gehen aber der Wind frischte stark auf und die Böen setzen unserem Boot etwas zu. So entschieden wir uns an Bord zu kochen und die Situation zu beobachten. Parallel liess Siggi den Positions Plotter mitlaufen und in den 3h der Beobachtung bewegte sich unser Boot keinen Millimeter. Wir schauten noch einen Film und entschieden dann gegen 23 Uhr ins Bett zu gehen. 

Gegen 1 Uhr Morgens weckte Adde schließlich Siggi und meinte unser Anker hat sich gelöst – was etwas untertrieben war – dann wir lagen am Ende Bucht auf 2 kleinen Schaluppen. Wie kein gestrandeter Wal konnten wir unser Boot nicht bewegen. Der Anker schien zu halten. Aber unter unserem Backbord Motor gingen 2 Bojenleinen durch. Der Steuerbord Motor war frei. Da es mitten in der Nacht war – war guter Rat teuer. Wir lagen auf 1.5m – Tiefgang 1.5m. Da passte vermutlich keine Zeitung mehr zwischen Kiel und Boden. Wir brachten einen Heckleine zum gegenüberliegenden Ufer aus, das ca. 50m entfernt war mit dem Dinghi. Gegen 3 Uhr Morgens hatten wir die Situation stabilisiert und einigten uns darauf sobald die Sonne aufgeht die Situation im Wasser zu begutachten. Sigge verbrachte die Nacht im Salon ohne zu schlafen, um auf eine Änderung der Situation reagieren zu können. Punkt 6 Uhr standen sowohl Adde als auch Siggi an Deck. Glücklicherweise hatte Adde einen Neoprenanzug und eine Maske eingepackt. Flossen waren nicht nötig – es war ja nur 1.5m tief 🙂 . 

Adde stellte sich auf die beiden Bojenleinen und durch unseren Zug von der Landleine bekamen wir tatsächlich unser Boot frei. Unglaublich. 

Wir ankerten erstmal wieder auf der alten Position, um das Boot nach Schäden zu untersuchen. Aber wir ein Wunder konnten wir keinen Schaden feststellen. Das schrie nach einem Frühstück und 2 Liter Kaffee. Wir hatten Glück gehabt – nun nicht nur Glück – ein Eimer voller Glück oder einen Pool voll Glück. 

Unser Boot auf Abwegen…

Vieles richtig gemacht aber auch nicht alles. Wichtig war die Ruhe zu bewahren. Und dann logisch vorzugehen. Gedacht und gemacht. 

Wir gingen wieder auf Fahrt und segelten mit Halbwind nach Mijet – in die Bucht von Okulkje – wo es gemäß Google ein offenenes Restaurant geben sollte. Nach 4h kamen wir an – tolle Bucht – aber leider hatte sich google geirrt – alle Restaurants geschlossen. Da entschieden wir bei bestem Sonnenschein nach Saplunara auf der Süd-Ost Seite von Mijet weiterzusegeln. Hier sollte es 3 Restaurants geben – aber leider lag Google auch hier daneben – kein einziges Restaurant offen – dafür immerhin ein offener Supermarkt. Ja, man muss schon ein paar Opfer bringen, wenn man in der Vor-Vor-Vorsaison unterwegs ist – dafür waren wir wieder das einzige Boot in der Bucht – aber das muss ich nicht mehr erwähnen. Also einkaufen und selbst kochen. 

Auf Mijet

Am nächsten Tag ging es dann wieder Richtung Festland nach Cavtat – die südlichste Stadt in Kroatien. Und hier hatten dann wieder einiges Restaurants geöffnet. Wir wollten eigentlich ankern und stellten aber schnell fest, dass in dem Kraut der Anker nicht hält. So legten wir am Pier an und wäre auch bereit gewesen hierfür eine Gebühr zu bezahlen. Aber es kam niemand abkassieren – nun wir waren natürlich wieder das einzige Boot. Im Sommer zahlt man dafür mind. 150 Eur. Diese konnten wir nach einer gemeinsamen Joggingrunde in einem Top-restaurarant umsetzen. Die Dubrovnik Platte musste es sein – Huhn, Schwein, Rind und Kalbfleisch für 2 Personen – dazu eine Flasche Wein und zur Verdauung ein Slivovicz. 

Eine gesunde Portion Proteine….

Am Sonntag stand dann noch die Rückfahrt in die ACI Marina nach Dubrovnik auf dem Programm. Das nutzen wir noch, um nah an der Altstadt vorbeizufahren und schöne Fotos zu machen. 

Wir fuhren auch noch an unserem Hotel vorbei und machten ein paar Fotos von Seeseite. Dann war auch schon die Rückfahrt in die Marina angesagt. 

Sunsail schenkte uns 1 Tag – wir mussten nicht bereits am Samstag zurückkommen, sondern konnten bis Sonntag segeln. Darüber hinaus tankten sie auch unser Boot ohne Aufpreis, da die Tankstelle am Sonntag geschlossen hatte. Genialer Service vielen Dank hierfür. 

Was ist das Fazit der Tour ?

Insgesamt haben wir 150 Seemeilen zurückgelegt. 

Die Leopard 42 ist ein tolles Boot, speziell mit der Ausstattung hatte sie sehr viel zu bieten. 

Obwohl wir natürlich einen vollen Regentag und auch Sturmtag abbekommen haben, haben wir das Beste aus der Situation gemacht. Im Herbst ist das Wetter stabiler – aber dennoch konnten wir die Woche voll und ganz genießen und das Wetter hat uns nur partiell beeinträchtigt. Der Vorteil – das einzige Boot zu sein überwiegt alle Nachteile – man kann sich den Ankerplatz frei auswählen und geschlossene Restaurants nicht wirklich ein Problem, sofern man etwas Proviant dabei hat. 

Wie sieht es mit unserem Fauxpas aus ? 

Nun wir hatten wirklich sehr viel Glück – das Glück des Tüchtigen ? Wir werden mal eine elektronische Ankerwache ausprobieren – aber es macht auch nicht wirklich Sinn bei jedem Stürmchen eine Ankerwache einzuteilen. Das wirklich überraschende an der Situation war zum einen, dass der Anker sich nicht in der 1. Nacht gelöst hatte sondern in der 2. Nacht, wo man eigentlich davon ausgehen konnte, dass wenn er einmal hält er eben auch hält. 

Das andere ist, dass GFK Boote offensichtlich doch sehr viel aushalten – nichtmal ein Kratzer war zu sehen. Wir werden noch vorsichtiger werden und vorsichtiger agieren. Zum Glück ist nichts passiert. 

Darüber hinaus konnten wir zeigen, dass eine 2 Personen Crew, die halbwegs eingespielt ist, fast alle Situationen meistern kann. Man lernt nie aus. 

Wir müssen nochmal wiederkommen – Montenegro fehlt leider immer noch…

MEILENTotal
Motor135
Segel15
Total150

Hier noch einige Eindrücke: