Tauchsegelbericht Seychellen vom 06.12.25 – 20.12.25

 
Wahoo oder doch nicht – die Diskussionen dauerten an… Ein zwei Jahre altes Boot, mit diversen Schäden. Wenig Regen in der Regenzeit. Haie ohne Ende… Schildkröten zu Wasser und an Land. Macht nicht so Rum – Takamaka – und vieles mehr erfahrt Ihr im folgenden Bericht.
Im Hintergrund Curieuse

Am Fr, 05.12.2025, ging es los auf die Seychellen – Heike, Stefan, Frank, Karin und Siggi trafen sich am Gate der Condor am Frankfurter Flughafen. Die Zoll-Prozedur ging sehr schnell, da man alle Dokumente vorab per App hochladen muss. Noch schnell etwas Geld gewechselt und eine 35GB Telefonkarte gekauft (E-Sim) und schon ging es in die Marina. Um 9 Uhr machte die Segelbasis auf und unser Boot sollte gegen 14.30 Uhr fertig sein. Unser Boot war eine 4-Kabinen Version von Fountaine Pajot – eine Isla 40 – namens „Barnacle“ mit allen Extras – Watermaker, Generator und Klimaanlage – nur an den Solarzellen hatte man (wie immer) gespart. Da wir noch eine Menge Zeit hatten ging es erstmal zum lokalen Markt – zu Fuß. Nach ca. 2 Kilometern in der tropischen Sonne war der Markt erreicht.

Hier genehmigten wir uns erstmal eine frische Kokosnuss. Und dann wurde frischen Obst und Gemüse eingekauft – nicht alles wurde auf den Seychellen produziert – so gab es Karotten aus China und Kartoffeln aus Süd-Afrika. Aber immerhin Papayas, Passion Fruits und Mangos waren von den Seychellen und diese waren super lecker.

Auf einen Einkauf im großen Supermarkt verzichteten wir, da wir diesmal nur 5 Personen waren und kauften deshalb alles beim Spar in der Marina ein, 100l Wasser, Bier, Wein und die vielen Kleinigkeiten und natürlich auch noch 5x2kg Rinderfilet aus Südafrika…

Bootsübernahme

Gegen 14 Uhr kamen dann die Flaschen und das Blei und so ging es direkt am ersten Tag schon aus der Marina nach St. Anne, wo wir auch übernachteten und schonmal die Gelegenheit hatten ins Wasser zu springen.

Schildkröte

Auf den Seychellen hat die Digitalisierung Einzug gehalten: Die Nationalparkgebühren können nur noch per Karte bezahlt werden (vorher nur Cash) und auch für die lokalen Busse benötigt man jetzt eine App, um die 10 Rupien (ca. 70 Cent) zu entrichten. Klappt am Ende sehr gut – wenn man weiß, wie es geht.

Am Abend galt es noch den Geburtstag des Skippers zu feiern – ein Umtrunk war hier mehr als angemessen….

Am nächsten Morgen fuhren wir, nach der obligatorischen Sicherheitseinweisung, Richtung Port Launey. Doch zuvor machten wir noch einen Stop in der Baie Ternay. Dann schnorchelten wir noch vor der Ile Therese, um dann in Port Launey vor Anker zu übernachten.

Aufgrund der äußeren Temperaturen wurde der Kaffee im Wasser eingenommen.

Ile Therese

Das Wetter und die Wellen sollten für diesen Urlaub sehr gut sein und die Wellen waren sehr niedrig, so dass wir uns entschieden als 1. Tauchspot Stork Patch anzulaufen – ein Felsen unter Wasser mitten im offenen Meer. Ein Top-Tauchplatz.

Und da bereits das 1. Problem mit dem Boot auftrat fuhren wir in die Anse la Monde, wo ein Techniker hinkam und einen unserer elektrischen Toilettenpumpen zu erneuern. Von da ging es zur Ile Coneption zum Schnorcheln und dann noch kurz vor Sonnenuntergang in die Beau Vallon Bay.

Dort trat dann auch schon das 2. Problem auf: der Watermaker funktionierte nicht mehr. Auch hier kam ein Techniker vorbei und konnte das Probleme mittels eines neuen Kondensators lösen. Vorher haben wir aber noch einen Tauchgang an der Le Ilot gemacht – ein wirklich schöner Tauchgang mit sehr starker Strömung – aber auch noch intakten Korallen und allen Arten von Fischen.

Diesmal hatten wir pro Taucher 2 Flaschen bestellt und diese waren jetzt leer und wir füllten sie noch kurz in der Bucht bei der Tauchbasis.

Aufgrund des guten und ruhigen Wetters stand die Entscheidung an, ob wir das Abenteuer North Island in Verbindung mit Bird Island und Denis Island wagen sollten und wir entschieden uns – jetzt oder nie und so ging es direkt noch am gleichen Tag auf nach North Island.

North Island war mal die ehemalige Müll-Insel der Seychellen – diese wurde aber vor längerer Zeit renaturiert und ist jetzt absolute Luxusinsel. Max. 6 Personen werden hier für ca. 80.000 !!! EUR pro Nacht verwöhnt. Nun, wir lieferten die Kulisse für die Inselbewohner, indem wir unser Boot vor dem Sandstrand ankerten. Und das kostenlos. Die Strände sind auf den Seychellen Allgemeingut und gehören immer dem Staat. Erst ab der ersten Baumreihe haben die Ressorts ein Anrecht.

Die Nacht auf North-Island zeigte sich von der rauheren Seite – mit Starkregen und Windboen von 30kn wurde eine Nachtwache fällig – aber der Anker hielt und das Ziel Bird-Island wurde nicht aufgegeben und so ging es zum Teil unter Segeln nach Bird Island, wo wir unterwegs auch die ersten Delfine sahen.

Da Bird Island am Außenriff liegt, wo es vom Atoll auf ca. 30-50m direkt auf 3000m Wassertiefe abfällt kann man hier von guten Tauchbedingungen ausgehen, da sehr viel Nährstoffe nach oben gespült werden und deswegen auch viel Fisch vorhanden sein sollte und eben auch viel Großfische und so war es auch… Viele Haie, die überhaupt nicht scheu waren, da sie vermutlich an dieser Stelle noch nicht so viele Taucher gesehen haben. Ich habe den Divespot „Shark Point“ getauft.

Am nächsten Tag ging es weiter nach Denis Island und auf dem Weg hat Stefan einen Wahoo geangelt. Stefan hatte sich eine Angelausrüstung geliehen und in den ersten Tagen schon kleinere Makrelen gefangen. An diesem Tag aber holte er einen 120cm langen Wahoo rauss. Allerdings hatte auch ein Hai Interesse an dem Leckerbissen gefunden, der einen Teil abgebissen hat. Trotzallem blieb für die 4 Fischesser genügend Fisch für die komplette Reise – es gab Fischfilet, Fischgulasch, Fisch überbacken… Selbst am letzten Tag war noch etwas Fisch übrig. Leider ging der Fischfang auch zu Lasten des Rinderfiletsteaks – denn so war es dem einigen verbliebenen Fleischesser – Siggi – nicht möglich 10kg Rinderfilet zu vernichten… aber es war trotzdem sehr lecker.

Lange diskutiert wurde, ob es sich bei dem Fangobjekt um einen Barrakuda oder Wahoo handelt – aber am Ende war es eindeutig ein Wahoo.

Auf dem Weg von Denis Island nach Praslin wurde noch ein Tauchgang auf Booby Island eingeschoben, der auch alle Sorten von Rifffischen bereit hielt.

Geankert wurde in der Anse Volbert, wo wir am Abend auch noch direkt die Flaschen gefüllt haben.

Ave Maria Rock

Am nächsten Tag ging es zum Tauchen an den Ave Maria Rock – submerged – den versunkenen Teil, der viele Überhänge bereit hält und sehr viel Fisch und Schildkröten zu bieten hat.

In der Baie St. Anne haben wir dann noch ein paar Sachen nachgekauft und dann ging es zur Lieblingsinsel des Skippers – Grande Soeur.

Grand Soeur ist einfach die perfekte Insel, wenn man Südsee, Wasser und Strand denkt – die Verbindung mit den Granitfelsen ist einfach einzigartig.

Ja, und dann trat beim Ankern das 3. und größte Problem auf – der Steuerbord Motor fing an zu qualmen und lieferte keine Leistung mehr. Dumm nur, dass am Stb. Motor auch die Winsch des Ankers hing. Die Segelbasis wurde verständigt und es sollte ein Techniker nach St. Anne kommen. Auf dem Weg dorthin machten wir noch einen Tauchgang am Ave Maria Rock und hatten diesmal sage und schreibe 10 Weißspitenriffhaie. Traumhaft.

Da der Techniker leider nicht kam und auf der vereinbarten Fähre gewesen ist entschieden wir uns am Round Island zu übernachten und am nächsten Morgen wieder nach St. Anne zu fahren, um dann hoffentlich den Techniker anzutreffen.

Wir nutzten den Tag in St. Anne zum einen, um auf den Techniker zu warten und zum anderen einen der berühmten Coco de Mer Parks zu besuchen, den Vallee de Mai. Darüberhinaus trafen wir natürlich den guten Geist der Bucht, Robert, wieder, mit dem wir direkt vereinbarten, dass er bzw. seine Frau für uns kocht. Da keiner mehr Fisch und Rinderfilet sehen konnte kam mal wieder Huhn auf den Tisch.

Frank nutzte die Zeit, um seine Erkältung auszukurieren. Siggi bespaßte den Techniker, der am Ende einen Injektor tauschte – dies brachte jedoch nur kurzzeitig Erfolg – die Rauchfahne blieb und ging mal weg und kam wieder. Problem nur verschoben aber nicht behoben.

Immerhin Heike, Karin und Stefan machten sich zu Fuß auf den Weg zum Vallee de Mai und waren auch erfolgreich.

Am nächsten Tag ging es dann weiter mit den Besichtigungen und wie: Vormittags gings auf die Insel Cousin – diese ist bekannt für Ihre Vögel. Diese brüten am Boden, da es hier keine Feinde für Sie gibt. Darüber hinaus kommen hier aber auch die Wasserschildkröten an Land und legen ihre Eier. Wir konnten dabei sowohl die Eiablage als auch das Schlüpfen der neuen Schildkröten beobachten und wie diese dann ins Meer laufen. Sensationell. Alleine schon die Anfahrt mit dem Boot der Insel und volles Anlanden mit der Welle auf den Strand ist die Eintrittsgebühr von 45 EUR wert.

Von Praslin ging es dann direkt nach Curieuse – dem nächsten Naturpark – die Insel ist komplettes Naturschutzgebiet und Heimat der Riesenschildkröten. Und das wollten wir uns natürlich auch ansehen und gehört zu jedem Seychellenbesuch dazu. Diesmal leider im Regen – aber auch das stört nur bedingt, wenn selbst der Regen 30° Grad Celsius hat.

Aber der Tag war noch nicht vorbei uns so ging es am Nachmittag auf die Insel Curieuse, ebenfalls reines Naturschutzgebiet, wo die riesigen Landschildkröten leben. Immer wieder ein Erlebnis.

Auf dem Weg nach La Digue machten wir noch einen Stopp in St. Pierre für einen Tauchgang. Die Artenvielfalt ist hier unbeschreiblich. Normalerweise gibt es hier auch eine Hai-Garantie – diesmal leider nicht. Aber Muräne, Rochen, Oktopus und vieles mehr waren ein super Ausgleich.

Ein Ausflug auf die Seychellen ohne La Digue wäre mehr als unvollständig und so ging es am nächsten Tag bei bestem Sonnenschein nach La Dige. Das Ankern im Hafen und festmachen an einer Palme an Land hat ein Ende – in den letzten 2 Jahren wurde ein Steg gebaut – aktuell noch ohne Strom – aber immerhin könnte man frisches Wasser für 4 Rupen pro Liter bekommen – das erschien und etwas teuer und so bevorzugten wir unseren Watermaker. Das Festmachen kostet 60 Rupien pro Stunde (ca. 4 EUR) – aber man vill ja was erleben und ist immer noch günstiger als ein Auto in Frankfurt zu parken. Wie liehen uns natürlich wieder Fahrräder für 200 Rupien und düsten die ganze Insel ab. Wunder schöne Strände, einsame Buchten und viele Strandbars laden zum verweilen ein.

Auf La Digue ist das Rad das ideale Fortbewegungsmittel, um die 5x2km kleine Insel zu erkunden und da gehört die Anse Dargent (Bakardi-Strand) genauso dazu, wie die Grande Anse und vieles mehr.

Abends war ein Abendessen in der Natural Bar angesagt – sehr lecker und alles nachhaltig. das BBQ ist einfach toll.

Von La Digue ging es dann zurück nach Mahe – allerdings machten wir auf dem Weg noch einen Tauchgang am Ile aux Recifs.

In Mahe ankerten wir in der letzten Nacht in der Anse Royal – dort, wo wir im letzten Jahr eine Mantaschule gesehen haben. Und offensichtlich haben diese uns nicht vergessen, denn sie waren auch dieses Jahr wieder da.

Nachdem ich die Segelbasis angerufen habe, dass ihr Motor immer noch qualmt und das Boot so wohl nicht weitervermietet werden kann, kam direkt nochmal ein Techniker, der aber auch nur das Überleben des Bootes bis in die Heimatmarina retten konnte.

Mantas

Dann fuhren wir das Wrack, äh das Boot noch zum Tanken und ankerten nochmal kurz vor der Ile Cerf, um uns etwas abzukühlen, bevor wir wieder die Eden Island Marina ansteuerten.

Nach dem Tanken ging es nochmal zum Schwimmen nach Ile au Cerfs und dann wurde in der Eden Island Marina festgemacht.

Am nächsten Tag stand uns nach dem Check-Out noch der ganze Tag zur Verfügung und so besuchten wir Viktoria, die Hauptstadt und im Anschluss fuhren wir mit dem öffentlichen Bus zur Takamaka Destillerie.

In der Takamaka Destillerie nahmen wir an einer Führung teil und konnten ein Deutsches Ehepaar kennenlernen, dass auf die Seychellen ausgewandert ist und dort jetzt aus alten Rum Flaschen Gläser herstellt. Eine Art von Recycling – zudem zahlen sie den Findern 5 Rupien pro Flasche – quasi ein Pfandsysteme durch die Hintertür. Finde ich super.

Der Rückflug war unspektakulär und die Ankunft in Deutschland kalt.

Ein toller Urlaub ist zu Ende und macht Vorfreude auf den nächsten Trip.

Wir kommen wieder… 😊 Versprochen Seychellen….

MEILENTotal
Motor205
Segel105
Total310

Hier noch einige Eindrücke:

Was bleibt sonst noch zu sagen ? Auch ein 2 jahres altes junges Boot kann diverse Ausfallerscheinungen haben. Da die Seychellen ein Ganzjahresrevier sind erhält das Boot vermutlich nicht die Wartung, die es benötigt und da ist der Verschleiß sehr groß.

Die Segelbasis war sehr bemüht – allerdings müssen die Ersatzteile um die halbe Welt bewegt werden – man kann nicht auf Amazon bestellen und hoffen, dass es am nächsten Tag da ist. Das funktioniert hier nicht. Darüber hinaus benötigt man dann auch noch Techniker mit dem nötigen Know-How und das Boot aus dem Wasser zu bekommen ist auch nicht leicht, da hier die Kapazitäten einfach fehlen.

Am Ende muss man wirklich hoffe, dass nicht zu viel kaputt geht. Trotzdem – wir haben das beste daraus gemacht und ich habe ja schon beim meinem SKS Prüfungstörn bewiesen, dass man mit nur einer Schraube fahren kann.